Selbst-Verlegerin – welch ein Ritt!

Vor einem Jahr habe ich meinen Roman Schön. Reich. Tot. selbst veröffentlicht. So wie es um das Verlagswesen derzeit steht, schien mir dies ein interessantes Modell. Ich befinde mich in guter Gesellschaft. Schon Honoré de Balzac hat sich als Selbstverleger versucht, Italo Svevo, einer der wichtigsten italienischen Autoren des 20. Jahrhunderts gab bis kurz vor seinem Tod alle seine Bücher selbst heraus. Der erfolgreiche Genfer Autor Joël Dicker hat gar seinen eigenen Verlag gegründet.

Was für ein Ritt das vergangene Jahr wurde! Der traditionelle Literaturbetrieb ist hermetisch abgeriegelt. Ein Buch von Book on Demand wird gar nicht erst angeschaut, da kann ich meine früheren Bücher im Schöffling Verlag veröffentlicht, Literaturpreise gewonnen haben. Kurzum: Keine Chance auf Teilnahme an Literaturfestivals oder auf Rezensionen. Wie der Kulturredakteur einer grossen Schweizer Verlagsgruppe sagte: Unter dem Schweizer Buchpreis rezensieren wir gar nicht erst.

Überhaupt die Sätze aus der Literaturfabrik!

Leipziger Buchmesse 2026. Die Verlegerin eines kleinen Schweizer Verlags blättert meinen Roman auf, nickt anerkennend und will wissen, ob ich an was Neuem schreibe. Ich: Ja, in meinem neuen Roman erschiesse ich einen Banker. Päng! Wie würdet ihr auf den Satz reagieren? Möchtet ihr nicht Näheres wissen? Fehlanzeige. Das passt nicht in unseren Verlag, sagt sie. Gleich um die Ecke der Stand des Selfpublisher-Verbands. Hier steht mein Roman zwischen einer Flut von Dark Romance und Fantasy.

Im Frühling 2026 auch der 1. Wiener Ball der Bücher, eine rauschende Nacht im Palais Niederösterreich. In der Pop-Up- Buchhandlung werden Hunderte von Romanen verkauft. Die Bücher von uns Selbst-Verleger:innen stehen etwas verloren in einem anderen Raum in einem Drehgestell, verkaufen dürfen wir nicht. Auf meine schriftliche Anregung an die beiden Organisatorinnen, Self-Publisher doch bitte nächstes Jahr auch verkaufen zu lassen, kommt keine Antwort.

Bereue ich meinen Entscheid, meinen Roman selbst herauszubringen? Im Gegenteil: Ich arbeitete mit einer Lektorin, Korrektor:innen, einer Grafikerin, Buchhändler:innen, die den Roman in Kommission nahmen. Menschen voller Liebe und Leidenschaft für Bücher. Auch musste ich mich nicht mit Verlegern herumschlagen – die männliche Form ist hier gewollt. Obwohl ich sie gerne fragen würde, warum sie sich mit der Arbeit einer bereits publizierten Autorin nicht einmal mehr beschäftigen. Lesen die noch? Sei’s drum, ich bin frei weiterzuschreiben, für mich und meine Leserinnen und Leser. Mit einigen ihrer Stimmen (Leseplattform LovelyBooks) schliesse ich hier:

„Besonders eindrucksvoll fand ich, dass am Ende nicht die Frage im Mittelpunkt steht, wer gewinnt oder verliert, sondern welche Folgen Gier, Macht und fehlende Verantwortung für Menschen haben. Einige Figuren wirken, als hätten sie sich innerlich schon lange von ihren eigenen Werten verabschiedet. Das macht die Geschichte traurig, aber auch erschreckend glaubwürdig.“

„Für mich ist Schön. Reich. Tot. kein Roman, der mit einer perfekten Auflösung endet. Stattdessen hinterlässt er Fragen über Geld, Verantwortung, Familie und Moral – genau das macht ihn für mich so besonders. Das Ende fühlt sich deshalb nicht unvollständig an, sondern bewusst offen und regt dazu an, die Geschichte noch einmal im Kopf weiterzudenken.“

Biel, September 2026

Paula hatte sich immer gewünscht, ihr Vater wäre tot.

Erschienen am 1. September 2025

Nun steht sie mit ihren Schwestern an seinem Sarg. War es ein Unfall? Ein Suizid? Oder gar Mord? Max war aufgebrochen, in Las Vegas, auf dem Barhocker sitzend, ein Vermögen zu machen. Geld, Erfolg und Schönheit sind die Roadmap der Familie Borel.

Das jähe Ende ihres Vaters reißt drei Schwestern aus ihren Leben. Paula schläft sich quer durch Paris, während sie auf den Durchbruch als Schriftstellerin wartet. Cristina sucht in Indien eine Leihmutter, Zoé in Genf ihre Wurzeln. Sie treffen sich in Santa Elena, im äußersten Westen der USA, um die Eltern zu begraben. Paula begibt sich auf Spurensuche.

Ihre temporeiche Familiengeschichte verknüpft die Autorin mit einem scharfen Blick auf unsere Epoche: Es sind die Verhältnisse, die bestimmen, wie man lebt und leibt.

 

Roman, Hardcover, 460 Seiten
Verlag: edition desperada / Books on Demand
ISBN: 978-3-8192-4568-8
Preis: € 25.00, CHF 35.90*
* Preis gemäss Umrechnung des Schweizer Buchzentrums
eBook:
ISBN 978-3-7693-8212-9
Preis: € 14,99, CHF 14

 

«… ein im guten Sinne maßloser Roman»
«… erzählerische Kraft in ihrer Reich- und Schönheit»
«… eine Seltenheit in der aktuellen Schweizer Literatur»

Schweizer Buchjahr

 

«Unbedingt lesen! Eintauchen in diese junge und kluge, moderne Sprache, in diese Mischung aus schamlos direkter und sehr subtiler Erzählweise, in das Mäandern zwischen historischen, politischen und sehr persönlichen Kapiteln.»

Bettina Walter, Professorin Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart

 

                            «Ich habe den Roman atemlos gelesen.»

Amira Hafner-Al Jabaji, Präsidentin Literarische Gesellschaft Grenchen, Islamwissenschaftlerin, Moderatorin

 

  «In fulminanten Dialogen macht Nadine Hostettler aus einer                   Familiengeschichte einen grossen Epochenroman.»

Oliver Fahrni, Workzeitung

 

«Der Roman perlt wie Champagner, versetzt mit Splittern von Trash.»

Adrian Künzi, Verleger

 

«Nadine Hostettler ist eine große Erzählerin.»

Gieri Venzin, Dokumentarfilmer

 

Weitere Stimmen zum Buch

«Hostettler schreibt, als würde sie in der nächsten Sekunde vom Blitz erschlagen.»

 

Nadine Hostettler, aufgewachsen in der Schweizer Uhrmacherstadt Biel. Im Schöffling Verlag hat sie den preisgekrönten Roman Die letzte Hemmung und die Erzählungen Fräulein Matter verliebt sich veröffentlicht. Ihre Reportagen aus Lateinamerika sind im gesamten deutschen Sprachraum erschienen. Entstanden ist ihr Werk in Mexiko, Havanna, Paris und Zürich.

Nadine Hostettler über ihr Selbstverständnis als Autorin

Je länger ich als junge Journalistin über das Leid und die Gewalt, aber auch über die Verrücktheit und Schönheit in Zentralamerika berichtete, umso mehr fühlte ich, dass irgendwo weit weg eine zweite Nadine existierte. Die erste entsprach ganz dem Geist der Zeit, die Mobilität als Zeichen von Weltoffenheit ansieht. Aber die Nabelschnur war nicht durchgeschnitten… Neugier, die Fähigkeit zu staunen, sich einzulassen auf die Wirklichkeit, sind Voraussetzungen jeden Erzählens. Und natürlich der Wahnwitz.  Er erlaubt es meinen Figuren, nicht unterzugehen im Strom der Verheissungen und Verwerfungen unserer modernen Welt.